Can Çakmur

Pianist
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Photo: Muhsin Akgün

„Can Çakmurs packender und technisch perfekter Zugriff lässt die vordergründige Bravour der Pièces vergessen: Hier wird gestaltet und genau abgewogen. Darüber hinaus gelingt es ihm, ungeahnte Klangräume und Farben entstehen zu lassen.“

Michael Kube
Neue Musikzeitung

„Da ist nichts Künstliches,
Schwieriges oder Aufgesetztes zu hören, allein tiefe Empfindung für die in Musik gesetzten Emotionen.“

Carsten Dürer
Piano News

In der schnelllebigen Welt der Klavierkunst, in der oft das Spektakuläre regiert, setzt Can Çakmur auf künstlerische Nachhaltigkeit. Der 1997 in Ankara geborene und heute in Weimar lebende Pianist verfolgt seine Projekte mit einer außergewöhnlichen intellektuellen Tiefe. Mit langem Atem setzt er beharrlich einen Schritt nach dem anderen, stets mit einem klaren Ziel: universelle Werte durch Musik zu vermitteln. Seine Interpretationen zeigen eindrucksvoll, dass analytische Durchdringung und emotionale Direktheit keine Gegensätze sind – vielmehr verstärken sie sich gegenseitig. Während Altersgenossen noch um Aufmerksamkeit ringen, jongliert Çakmur virtuos mit einem Arbeitspensum, das für viele ein ganzes Lebenswerk bedeuten würde.

Seine Karriere nahm 2017 Fahrt auf, als er den ersten Preis beim Internationalen Klavierwettbewerb in Schottland gewann. Ein Jahr später folgte der Sieg beim renommierten Hamamatsu International Piano Competition – einem der weltweit bedeutendsten Klavierwettbewerbe. Dieser Erfolg brachte ihm mehr als 30 Konzertengagements, eine CD-Produktion mit dem schwedischen Label BIS Records sowie eine langfristige Karrierebegleitung ein. Noch während der Produktion seiner Debüt-CD nahm BIS eine zweite Aufnahme mit Liszts Bearbeitung von Schuberts Liederzyklus *Schwanengesang* auf.

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Diese zweite Einspielung verschaffte ihm internationale Anerkennung. Sie wurde mit dem *Diapason d’Or*, *Record Geijutsu* und *Choc de Classica* ausgezeichnet. Zudem erhielt Çakmur als erster Künstler in der Geschichte der International Classical Music Awards zwei aufeinanderfol-gende Ehrungen: eine für die Soloaufnahme des Jahres und eine weitere als „Junger Künstler des Jahres“. Seitdem ist er Exklusivkünstler von BIS, und seine nachfolgenden CDs wurden von Fachmagazinen wie *Classica, Diapason, Gramophone* und *Pizzicato* hochgelobt.

Rasch etablierte sich Çakmur als gefragter Pianist in Fernost und Europa. Er konzertierte mehrfach in der Suntory Hall, der Muza Kawasaki Hall und der Wigmore Hall. Hinzu kamen Debüts im Großen Saal der Berliner Philharmonie und in der Tonhalle Zürich, unter anderem während einer Tournee mit dem Staatlichen Sinfonieorchester Istanbul. Mit nur 24 Jahren wurde er zudem als Professor für Klavier an das Trinity Laban Conservatoire for Music and Dance in London berufen.

Neben seiner Konzerttätigkeit wird Çakmur als Wissenschaftler geschätzt. Er hielt musikwissenschaftliche Vorträge am Tokyo College of Music, bei der Rumänischen Mozart-Gesellschaft sowie an der Hochschule für Musik in Detmold. Als Autor hat er über 60 Artikel verfasst, vor allem für *Andante* und BIS Records.

Von *ResMusica* als „führender Künstler der Gegenwart“ gewürdigt, ist Çakmur eine einflussreiche Stimme in seiner Heimat Türkei. Seine künstlerische Vision wird von seinem renommierten Landsmann Fazıl Say geschätzt, mit dem ihn eine kreative musikalische Freundschaft verbindet. 2023 wurde Çakmur für seine Verdienste um die türkische Musikszene mit dem erstmals verliehenen Ahmet-Say-Musikpreis ausgezeichnet – benannt nach Fazıl Says Vater, einem frühen Förderer seiner Karriere.

Mit Fazıl Say verfolgt Can Çakmur weiterhin spannende Projekte, darunter die britische Erstaufführung der poetischen *New Life Sonata* sowie die bevorstehenden *Insan Insan Variations* in Japan.

Im Zentrum seines Schaffens steht ein weiteres ambitio-niertes Langzeitprojekt: die Gesamteinspielung von Schuberts Klavierwerken auf insgesamt zwölf CDs. Mit vier bereits veröffentlichten Alben ist ein Drittel dieses monumentalen Vorhabens abgeschlossen. Jedes Volume stellt Schuberts Musik in einen fesselnden Dialog mit Werken anderer Komponisten, die auf unterschiedliche Weise auf sein Erbe reagierten – darunter Leopold Godowsky, Ernst Krenek und Franz Liszt.

Can Çakmurs kompromissloser Qualitätsanspruch geht Hand in Hand mit Forschergeist und beeindruckender Ausdauer. Viele Kritiker bescheinigen seinen Interpretationen eine besondere Natürlichkeit. „Eine Aufnahme ist immer nur eine Momentaufnahme“, sagt er selbst. „Man kann fast alles bearbeiten, aber es ist unmöglich, Ausdruck hinzuzufügen.“

Seine musikalische Ausbildung begann in Ankara, bevor er in Paris, Brüssel und Weimar studierte. Seine Wettbewerbs-erfolge – erste Preise in Hamamatsu (2018) und Glasgow (2017) – markieren seinen Aufstieg in die pianistische Weltelite. Dabei bleibt er frei von Starallüren, dafür ausgestattet mit tiefem Forschergeist und bewundernswerter Disziplin.

Nach seinem Sieg in Hamamatsu wandte sich Çakmur verstärkt der historisch informierten Aufführungspraxis zu, insbesondere der romantischen Tradition. Sein Fokus liegt auf der Erforschung und Rekonstruktion von Gesangs- und Spielstilen des späten 19. Jahrhunderts, deren Ergebnisse er in Vorträgen am Trinity Laban präsentierte. Regelmäßig integriert er improvisierte Präludien in seine Konzerte.

Zu den jüngsten Höhepunkten seiner internationalen Karriere gehörten eine umjubelte Premiere von Thomas Adès‘ *In Seven Days* mit dem Yomiuri Nippon Symphony Orchestra in Japan sowie sein vielbeachtetes Recital-Debüt in der prestigeträchtigen Fondation Louis Vuitton.

Seine künstlerische Agenda verspricht weitere ehrgeizige Projekte: Neben der Fortsetzung der Schubert-Gesamtein-spielung plant er eine Neuaufnahme aller sechs Beethoven-Sonaten für Klavier und Violoncello mit Alexandre Castro-Balbi. Zudem arbeitet er an einem Album mit französischer Kammermusik mit dem Marmen Quartett und Johan Dalene.

Zu seinen kommenden Konzert-Highlights zählen eine Japan-Tournee im September sowie Auftritte mit dem Borusan Istanbul Philharmonic, dem Thessaloniki State Symphony Orchestra und der Sinfonia Rotterdam. Darüber hinaus plant er eine Recital-Tournee durch China.

www.cancakmur.com